Ein Thema, das letzten Winter häufig in den Nachrichten thematisiert wurde: Gentechnik und die Reform, die die EU zu dieser Zeit plante. Zwar kam dieses Thema häufig vor, die Presse ging aber oft nur ansatzweise darauf ein, sodass man am Ende gar nicht wirklich wusste, warum diese Reform geplant war oder was sie überhaupt enthielt.

Gekürzt lässt sich sagen, dass die Gesetzänderung im Wesentlichen zwei Aspekte enthielt:

1. Das Aufheben der Kennzeichnungspflicht bei einigen gentechnisch veränderten Produkten für Verbraucher*innen und

2. die Möglichkeit, gentechnische Verfahren patentieren zu lassen.

Die Meinungen über Gentechnik beziehungsweise diese Reform sind zwiegespalten- einige Standpunkte werden im Folgenden dargelegt:

Ein großes Argument für den Einsatz von Gentechnik bei Lebensmitteln ist natürlich, dass diese dadurch meist besser aussehen. Und wir wissen alle: Wenn wir im Supermarkt die Wahl zwischen zwei Äpfeln haben, nehmen wir eher den großen, farbenfrohen Apfel als einen kleinen mit Druckstellen. Der besagte Apfel mit Druckstellen wird dann wahrscheinlich weggeschmissen- so eine Lebensmittelverschwendung! Dieses Beispiel lässt sich auch auf viele andere Lebensmittel übertragen. Also könnte Gentechnik der Schlüssel zur Vermeidung von dieser Verschwendung sein.

Zwar begrüßen viele (insbesondere Firmen) diese Reform, Kritiker*innen merken allerdings an, dass die Markierung für die Firmen kein besonders großer Aufwand sei und es an Transparenz gegenüber den Verbraucher*innen mangele. Falls es doch noch zu Langzeitnebenwirkungen kommen würde, wäre es schwierig, gentechnikveränderte Saatgute von solchen ohne Veränderung zu unterscheiden.

Auch müssen die, die sich auf jeden Fall gentechnikfrei ernähren wollen, zu Bio-Produkten greifen, was meist teurer ist als Nicht-Bio-Produkte. Wobei auch der Bio-Landbau durch diese Reform Nachteile hat: Es muss ganz sicher sein, dass in den Produkten keine Gentechnik enthalten ist- eine Aufgabe mehr für die Bio-Bäuer*innen. Dem könnte man wiederum entgegensetzen, dass der Bio-Landbau vielleicht auch aufgrund der Menschen, die sich gentechnikfrei ernähren wollen, mehr Umsatz machen könnte.

Der wichtigste Punkt, der für Gentechnik spricht, ist, dass sie bei der Bekämpfung von Hunger helfen könnte. Indem man Saatgut z.B. so modifiziert, dass es weniger anfällig für Schädlinge oder Krankheiten ist, könnte man Ernteausfälle vermeiden. Dies ist natürlich sehr nützlich, da es ja immer noch Hunger auf dieser Welt gibt.

Kleine Unternehmen könnten allerdings unter der Reform leiden, da es mit ihr möglich sein soll, gentechnisch veränderte Saatgute patentieren zu lassen. So haben besonders größere Firmen einen Vorteil.

Das veränderte Gen könnte die Nahrungskette durcheinanderbringen. Angenommen, ein Insekt würde vor allem eine Pflanze fressen, die jedoch gentechnisch so verändert würde, dass sie resistenter gegenüber Schädlingen ist, dann hätten die Insekten weniger Nahrung und die Population nähme ab. Dadurch hätten dann auch die Vögel, die die Insekten fressen weniger Nahrung und auch ihre Population würde abnehmen.

Es lässt sich zusammenfassend sagen, dass Gentechnik an sich sowie diese Reform im speziellen sowohl Vor- als auch Nachteile hat. Gentechnik an sich könnte Lebensmittelverschwendung sowie Hunger verringern- also auf jeden Fall etwas Erwünschenswertes. Allerdings muss erwähnt werden, dass sie die Nahrungskette durcheinanderbringen könnte und auch noch ein recht neuartiger Zweig der Wissenschaft ist, bei dem Langzeitfolgen noch nicht wirklich bekannt sind.

Diese Reform soll gentechnische Nutzung begünstigen. Hier gibt es Bedenken den Verbraucherschutz und die Schaffung ungleicher Vorteile für größere Firmen betreffend.

Alles in allem ist Gentechnik ein sehr komplexes Thema, bei dem Vor- und Nachteile gut abgewogen werden sollten.

Meiner Meinung nach kann Gentechnik eine Chance sein (z.B. zur Hungervermeidung), allerdings gibt es sie noch nicht sehr lange und es wäre gut, eventuelle Langzeitfolgen gut zu kennen.

Auf jeden Fall sollte aber jede*r selbst entscheiden können, ob er*sie gentechnisch veränderte Produkte zu sich nehmen möchte.